Vereinschronik

1957 - 1977:
Der Höhepunkt der 50er Jahre war das 50-jährige Jubiläum des Vereins, am Ostersamstag und -Sonntag, dem 20. und 21. April 1957 im "Saalbau Taunus" Rambach.

Das Fest wurde würdig begangen, mit einem Festkommers, am Samstag, dem 20. April, unter Mitwirkung der Ortsvereine und der Musikfreunde Naurod. Am Sonntag, dem 21. April kam die Operette

"Das Mädel vom Neckarstrand" von W. Webels

unter der Leitung von Ehrenspielführer W. Heuser und Spielleiter Willi Stein, zur Aufführung. Musikalische Leitung: Adolf Schmidt

Die Gesamtleitung lag in den Händen des langjährigen Vorsitzenden Adolf Martin, mit seinen Vorstandmitgliedern.

Das 50-jährige Jubiläum war ein voller Erfolg. Nach dem Jahr 1957 macht sich der Mitgliederzuwachs deutlich bemerkbar.

In der Jahreshauptversammlung am 29. März 1958 wurde ein neuer Vorstand gewählt, der wie folgt zusammensetzte: 1. Vorsitzender Adolf Diefenbach, 2. Vorsitzender Oswald Smentek, 1. Kassierer Erwin Barnscheidt, 2. Kassierer P. Koridaß, 1. Schriftführer R. Bach, 2. Schriftführer E. Merget, 1. Spielleiter W. Stein 2. Spielleiter Paul Rudolphy, Zeugwart H. Schiebel, Bühnenmeister A. Heuser, Beisitzer Alfred Becker, A. Christ.

Der Ehrenvorsitzende Adolf Martin und der Ehrenspielleiter Willi Heuser stehen weiterhin dem Vorstand beratend zur Seite.

 

Das Vereinsleben ging weiter mit dem Einakter "Möbiliert vermietet" aufgeführt im Rahmen einer Rambacher Kulturwoche.

Durch Initiative des leider so früh verstorbenen Mitgliedes Nikolaus Schaff, gründete mann ein Gesangsquartett, unter der Leitung von Adolf Schmidt. Der Verein tätigte gemeinschaftliche Veranstaltungen mit dem Schulorchester, unter der Leitung von N. Schaff.

Am 07.02.1958 startete der Verein eine groß aufgezogene Fastnachtsveranstaltung im "Saalbau Taunus".

Eine große Lücke in der Aktivität des Vereins gab es durch das vorläufige Ausscheiden des 2. Spielleiters Paul Rudolphy (berufl. nach U.S.A). Paul Rudolphy, ein Spieler von Format, der zu jeder Zeit und auf jeder Bühne auftreten konnte.

Das Spieleraufgebot setzte sich in der Zeit von 1949-1963 aus einem großen Kreis Rambacher Bürgerinnen und Bürger zusammen. Hauptakteure: Willy Heuser, Willi Stein, Paul Rudolphy, Heinz Steinle, Edwin Vef, Adolf Diefenbach, Horst Becker, Karl Göbel, Paul Weyell, Hans Schauß, Oswald Smentek, Karl Braun, Nikolaus Schaff, Erich Klöckner, Karl-Heinz Schauß, Karl Wiesenborn, Herbert Möbus, Anita Brandt, Erika Keutmann, Else Will, Hilde Bibo, Käthe Merk, Cilly Pfaff, Anita Becker, Anneliese Möbus, Maria Tesky, Gertrud Schneider, Ursula Weinreich, Anton Weinreich.

Heinrich Graf (Fastnachtsveranstaltungen, Kerbeumzüge) immer wo das Volk dabei war, bis zu seinem frühen Tode.

Vielleicht habe ich die einen oder anderen vergessen. Es waren damals so viele Rambacher Bürgerinnen und Bürger, die einfach aus Liebe zum Theaterspielen sich der Gesellschaft Lohengrin anschlossen, teils als Akteure, teils als Statisten.

Ihnen allen ein herzlichen Dankeschön!

Im Herbst 1958 ging es weiter mit der Humoreske "Familie Hannemann". Bei zweimaliger Aufführung dieses Stückes war jeder Abend ein voller Erfolg.

Die Fastnacht 1959 teilten sich der TUS Rambach und die Gesellschaft Lohengrin (Samstag, Dienstag und Kindermaskenball). Der Eintritt betrug zur damaligen Zeit für Erwachsene DM 1,80, für Kinder DM 0,40.

Am 8. November 1959 stand wieder ein Theaterabend auf dem Plan. Zur Aufführung gelangten:

  1. "Ännchen von Tharau" Volksspiel in 3 Akten mit Gesangseinlagen von Max Kaiser
  2. "Gut gefüttert" Lustspiel in einem Akt von Martin Loewe

Spielleitung: Willi Stein und Horst Becker

Zwischen den zahlreichen Fastnachtsveranstaltungen und Bühnenspielen liefen immer wieder Familienabende, Busfahrten, zur Pflege der Geselligkeit.

Das vorgesehene langgeprobte Theaterstück "Pension Schöller" kam durch einen Strebefall im Oktober 1960 leider nicht zur Aufführung.

Aktive Beteiligung am 30.04.61 beim Dorfgemeinschaftsabend mit dem Einakter: "Das Vaterhaus" Volksstück in einem Akt.

Bei dem 100-jährigen Jubiläum des TUS Rambach: Gesangliche Darbietung gemeinsam mit dem Schulorchester unter der Leitung von Nikolaus Schaff.

Am 09.12.61 stand die Humoreske "Der geplatzte Strohwitwer" auf dem Programm.

Ab 1962 war außer Geselligkeitsveranstaltungen u.s.w. in Sachen Bühnenspiel nichts geschehen.

Hervorgerufen, erstens durch die bevorstehende Schließung des "Saalbaus Taunus" (keine Bühne), zweitens durch den Ausfall älterer Spieler, deren Interesse erlahmte, vielleicht infolge anderer Unterhaltungsmöglichkeiten. Auch hervorgerufen durch geburtenschwache Jahrgänge, also Nachwuchssorgen.

Nach der Gründung der Rambacher Kerbegesellschaft 1965 fand die erste große Kerb in Rambach statt. Bei der Gestaltung des Kerbezuges waren wir mit einem großen Wagen aktiv. Dargestellt war der Wagen mit unserem Symbol: einem Kunststoffschwan, den wir im Hof von Mitglied Franz Schneider zusammenbastelten und einem dargestellten Lohengrin in Person von H. Clemenz.

Bei dem zweiten Kerbezug, ein Jahr danach, stellten wir einen Wagen mit einer Musikgruppe, geleitet von Mitglied Günther Becker und zwei aktiven Spielern Paul Rudolphy und Karl Göbel, die Ausschnitte aus dem Einakter "Das Vaterhaus" brachten. Von Paul Rudolphy war immer wieder zu hören: "und ich geh doch nach Amerika".

Am 20. Juni 1966 kam, wie vorausgeahnt, die Kündigung von Herrn Schuldheis, dem Besitzer des "Saalbau Taunus" mit folgendem Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Diefenbach! Sie wollen bitte veranlassen, dass die Gegenstände vom Lohengrin bei uns innerhalb von 8 Tagen abgeholt werden.

Nun standen wir da. Das gesamte Kulissenmaterial, viele schöne Kulissen, gemalt von einem Bühnenbildner des Saatstheaters Wiesbaden, Garderobe und vieles andere mehr, musste aus dem Bühnenraum verschwinden. Durch Initiative von Mitglied Paul Weyell schafften wir den grössten Teil des Bestandes in die Scheune von Julius Meyer. Kleinere Gegenstände verteilten wir zur Aufbewahrung an einige Mitglieder.

Auch die Scheune musste nach einiger Zeit geräumt werden uns so entschlossen wir uns, den Bestand an Kulissen zu vernichten.

Am 21.10.67 beging der Verein sein 60-jähriges Bestehen, in angemessener Weise, in Form eines festlichen Familienabends mit einem kleinen Festprogramm. Gestellt wurde das Programm von einem kleinen Orchester, einem Gesangsquartett und einem Solisten.

Es wirkten mit: Adolf Schmidt, Klavier, Paul Rudolphy, N. Schaff, Heinz Steinle, Karl Göbel und Adolf Diefenbach, Gesang.

Der 1. Vorsitzende A. Diefenbach schilderte die Geschehnisse der letzten 10 Jahre, nach dem 50-jährigen Bestehen und gedachte der verstorbenen Mitglieder.

In den kommenden Jahren war an Aktivität auf der Bühne nicht zu denken. Das Laienspiel stagnierte. Trotz Werbung bei Jugendlichen und früheren Spielern stieß man überall auf Desinteresse. Mit Schuld war die Tatsache, dass kein Proberaum und keine Bühne zur Verfügung stand.

Um den Verein weiterhin am Leben zu erhalten überbrückte man diese Zeit mit geselligen Veranstaltungen, bis zum Umbau der Rambacher Schulturnhalle zur Mehrzweckhalle.

Im Laufe des Jahres 1977 zeigte sich ein Neubeginn an.

Der Chronist A. Diefenbach

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